Ernährung

Seit langen nehmen die ernährungsbezogenen Erkrankungen in Deutschland und auch weltweit zu. Dabei wird eine Fehlernährung durch die Aufnahme von zu vielen Kalorien einerseits und eine Ernährung mit zu wenigen Vitalstoffen andererseits beobachtet.

Weltweit steigen Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) an. In Deutschland sind etwa 37 Millionen Erwachsene und 2 Millionen Kinder übergewichtig oder adipös. Laut der Nationalen Verzehrstudie in Deutschland sind 66% der Männer und 50,6% der Frauen übergewichtig. 20,5% der Männer und 21,2% der Frauen weisen einen Body-Mass-Index (BMI) von mehr als 30 kg/m² auf.

Von Übergewicht wird gesprochen, wenn der BMI mehr als 25 beträgt. Eine Adipositas besteht ab einem BMI von über 30.

Übergewicht und Adipositas sind mit einer Vielzahl von Erkrankungen verbunden, die in unterschiedlichem Ausmaß zu weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis zum Tode führen. So besteht nicht nur ein erhöhtes Risiko für Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Gicht und Herzinfarkt, sondern auch ein höheres Risiko für verschiedene Krebskrankheiten, für Verschleiß der Gelenke und für unerfüllten Kinderwunsch. Die WHO berichtet schon 2005, dass ca. 30% der Krebskrankheiten auf eine Fehlernährung zurückzuführen seien.

Die Fehlernährung führt jedoch nicht nur zu erhöhtem Körpergewicht. Auch die Qualität der Nahrung ist vielfach unzureichend. Nach den Ergebnissen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten alle gesunde Menschen in Deutschland sich mit 3 Portionen Gemüse und Salat und mit 2 Portionen Obst pro Tag ernähren, was einer Menge von ca. 500 - 800 g zusammen pro Tag entspricht. Dies schaffen jedoch nur maximal 20% aller Deutschen. Das heißt, dass sich 80% der Deutschen qualitativ unzureichend ernähren und einen Vitaminmangel haben. Eine optimierte Ernährung stellt die Grundlage und Vorsorge für lange Gesundheit und Vitalität bis ins hohe Alter dar.

Das Lebensmittelangebot ist heute vielfältig und in seiner Qualität kaum noch erkennbar. Dazu tragen auch die Werbung um vermeintlich gesunde Produkte bei. Dies führt zusätzlich zu einer Fehlernährung, obwohl der Verbraucher infolge der Werbung denkt, sich gesund zu ernähren. Auch die ständig verfügbaren Lebensmittel, die als Fertigprodukte nur noch erwärmt werden müssen oder der ständig wachsende Markt der Fast-Food-Produkte trägt erheblich zur Fehlernährung bei.

Um den Betroffenen hierzu das richtige Wissen für eine gesunde Ernährung zu vermittel, sind eine Ernährungsberatung erforderlich, die auch neuste Ernährungserkenntnis berücksichtig.

Der menschliche Stoffwechsel ist genetisch seit Jahrmillionen geprägt und kann sich nicht kurzfristig auf moderne Nahrung umstellen. Unsere Ururgroßväter zogen als Jäger und Sammler durch die Welt und ernährten sich von gejagtem Wild und Fischen sowie von verfügbarem Obst und Beeren, Nüssen, Saaten, Pilzen und Wurzeln. Eiweißreiche Kost dominierte die Nahrung, Kohlenhydrate waren wenig und auch nicht immer verfügbar. Es gab noch kein Brot, Kuchen, Pizza, Nudeln, Kartoffeln und Pommes. Hungerperioden mit zwangsweiser Gewichtsreduktion waren allgegenwärtig. Zusätzlich war viel Bewegung zur Nahrungsbeschaffung nötig.

Es geht heute um eine ausgewogene vollwertige Kost, die reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen einerseits ist, aber auch die Energiedichte der Nahrungsprodukte und die Verteilung von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen berücksichtigt. Diese Ernährung wird am besten durch die sogenannte klassische Mittelmeerkost erreicht.

Jahrelang wurde zur Gewichtsreduktion auf die Senkung der Fette gesetzt, weil Fett pro Gramm die meisten Kalorien besitzt. Trotzdem (oder gerade dadurch) wurden die Menschen weltweit immer übergewichtiger. Es wurden dafür mehr Kohlenhydrate (Zucker) verzehrt. Aber alle Kohlenhydrate, die der Körper nicht sofort für die Energieverbrennung verbraucht, erhöhen den Blutzucker und den Insulinspiegel und werden nach Füllen der Kohlenhydratspeicher (Glykogenspeicher) in Fette umgewandelt und als Fette im Körper gespeichert. Kohlenhydraten machen somit diick.

Ausgehend von neuen Forschungsergebnissen des Joslin Diabetes Center in Boston, USA, ist die tägliche Energieaufnahme auf 30-40 Energieprozent Kohlenhydrate zu reduzieren, sollte jedoch mindestens 130 g Kohlenhydrate pro Tag betragen (bei Sportlern auch mehr). Der Anteil der Fette sollte 30-35 % betragen, wobei jedoch weniger gesättigte Fette (tierische Fette) (insbesondere vom Schwein) aufgenommen werden sollten. Stattdessen werden mehr einfach ungesättigte Fette (Olivenöl, Rapsöl) und mehrfach ungesättigte Fette (Leinöl, in geringen Mengen auch andere Pflanzenöle) und Fette aus fettigen Kaltwasserfischen (Omega-3-Fettsäuren) empfohlen.

Der Eiweißanteil der Nahrungsenergie ist auf 20-30% täglich zu steigern und sollte ca.1,2 g pro Kilogramm Körpergewicht betragen. Dies gilt insbesondere, wenn eine Gewichtsreduktion durchgeführt wird. Eiweißreiche Kost hat den besten Sättigungseffekt und erhält uns unsere Muskeln und Strukturkörperzellen.      

Diese Ernährung wird in Deutschland auch als LOGI-Kost ( Low Glycemic and Insulinemic Diet) bezeichnet. Dies bedeutet eine Umstellung auf eine zucker- und stärkereduzierte Kost, macht aber keine radikale Umstellung der Ernährungsgewohnheiten notwendig, sondern basiert auf den traditionellen Grundnahrungsmitteln. LOGI ist keine kurzfristige "Diät", sondern als lebenslange Ernährungsweise konzipiert und umfasst dabei alles, was nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen in einer gesunden Ernährung enthalten sein soll.