Gelbfieberimpfung

Gelbfieber ist eine Viruskrankheit, die zur Gruppe der viralen hämorrhagischen Fiebern gehört. Verbreitungsgebiete sind das tropische Afrika und Teile Südamerikas, Asien ist bisher frei von Gelbfieber, obwohl die Überträgermücken auch dort vorkommen.

Warum gibt es spezielle Gelbfieber-Impfstellen wie unsere Praxis? 

Die Gelbfieber-Impfung ist weltweit die einzige Impfung, für die es Impfpflichten für die Einreise in bestimmte Länder gibt. Da liegt nicht an der Gefährlichkeit des Impfstoffes (dazu im Text mehr Information), sondern dass sich Staaten durch den internationalen Reiseverkehr schützen wollen, dass das Gelbfieber nicht ausgebreitet wird. Dadurch das es staatlich ermächtigte Impfstellen gibt, soll ein Missbrauch der Impfvorschriften vermieden werden.

Nach WHO-Angaben gibt es jährlich 200.000 Erkrankungen und 30.000 Todesfälle innerhalb der einheimischen Bevölkerung der Endemiegebiete (über 900 Millionen Menschen). Die Mehrheit der Infektionen kommt in Afrika vor. Es gibt immer wieder Ausbrüche, wie z. B. aktuell im Norden Ugandas sowie im Dezember 2010 in Elfenbeinküste. Schnell eingeleitete Impfkam-pagnen konnten die Ausbrüche eindämmen. Auch in Südamerika werden Einzelfälle gemeldet, zuletzt Anfang 2009 in Paraguay im Grenzgebiet zu Argentinien/Brasilien (Iguazú-Wasserfälle).

Gelbfiebererkrankungen bei Reisenden sind aufgrund der verfügbaren und gut wirksamen Impfung sehr selten. 1999 trat in Deutschland eine tödlich verlaufende Erkrankung auf, sie betraf einen männlichen, ungeimpften Reisenden (Elfenbeinküste).

Die Übertragung erfolgt durch Mücken, hauptsächlich vom Typ Aedes aegypti (Ägyptische Tigermücke), aber auch andere Mückenarten können als Vektor dienen. Diese Mückenart hat sich an den Lebensraum der Menschen in Städten und Dörfern angepasst und überträgt das Virus von Mensch zu Mensch. Brutplätze sind u.a. Autoreifen, Blumentöpfe, Wassercontainer. Die Mücken stechen tags, bevorzugt in der Morgen- und Abenddämmerung. Zusätzlich zu "städtischen" Variante gibt es auch eine "Dschungel"-Variante mit Affen als "Wirte" für die Gelbfieberübertragung durch Mücken.

Der klinische Verlauf variiert von einem leichten fieberhaften Infekt bis zum Vollbild mit Leber-entzündung (Hepatitis) und Blutungen (hämorrhagischem Fieber). Vermutet wird auch eine hohe Anzahl an asymptomatischen Verläufen. Die Inkubationszeit (Zeit bis zum Ausbruch)  beträgt in der Regel 3–6 Tage. Typischerweise äußert sich die Erkrankung mit plötzlich auftretendem hohen (>39 °C) Fieber und Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Nach 3–4 Tagen klingen die Beschwerden ab, aber bei etwa 15 % der Erkrankten folgt dann die sog. „toxische“ Phase mit massiven Blutungen, Schock, Bradykardie, Leber- und Nieren-versagen. Die Gesamtmortalität (Sterblichkeit) beträgt 10–20 %, bei schwerem Verlauf sogar über 50 %. Wird die Krankheit überstanden, besteht lebenslange Immunität (Abwehr).

Insgesamt hat man als Reisender eher ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf der Erkrankung. Nicht geimpfte Reisende, die ein Endemiegebiet in Afrika während endemischer Aktivität bereisen, haben ein geschätztes Erkrankungsrisiko von 1:267 und ein Risiko, an der Erkrankung zu sterben von 1:1333. In Südamerika ist das Risiko etwa 10mal geringer.

Daher und aufgrund des Fehlens einer ursächlichen Therapie (Gelbfieber kann nicht mit Anti-biotika behandelt werden) sollten alle Reisende in betroffenen Gebiete geimpft werden, außer es liegen medizinische Kontraindikationen (u.a. Hühnereiweißallergie, besondere Abwehrschächen wie HIV oder durch Chemotherapeutika) vor.

Der Gelbfieber-Lebendimpfstoff existiert seit über 70 Jahren und in diesem Zeitraum wurden über 100 Millionen Dosen verimpft. Der Schutz hält wahrscheinlich lebenslang, bei Personen, die in Länder reisen, die einen Impfnachweis verlangen, darf die letzte Impfung jedoch nicht länger als 10 Jahre zurückliegen.

Die Impfung wird bevorzug in den Deltamuskel des Oberarm gespritz. Sie ist allgemein gut verträglich. Als Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Organismus mit dem Impfstoff kann es gelegentlich innerhalb von 1–3 Tagen, selten auch länger anhaltend, nach der Impfung an der Impfstelle zu Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung kommen, auch verbunden mit Beteiligung der zugehörigen Lymphknoten. Grippeähnliche Symptome wie leichtes Fieber, Frösteln sowie Kopf-, Muskel-, Gelenk- und Gliederschmerzen treten ebenfalls häufig innerhalb von 4–7 Tagen nach der Impfung auf. In der Regel sind diese Lokal- und Allgemeinreaktionen vorübergehender Natur und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Die Impfung gilt als eine der sichersten, allerdings sind schwerwiegende neurotrope (Nerven-und Gehirn-bezogene) (YEL-AND = yellow fever vaccine-associated neurotropic disease) sowie viszerotrope (die inneren Organe betreffend) (YEL-AVD = yellow fever vaccine-associated viscerotropic disease) Nebenwirkungen beschrieben. Die Inzidenz (Auftreten von Nebenwirk-ungen) von YEL-AND wird auf 0,8 pro 100.000 verimpften Dosen geschätzt, bei Personen über 60 auf 1,8 pro 100.000. Das Auftreten von YEL-AVD wird auf 0,4 pro 100.000 Impfdosen geschätzt, bei Personen über 60 Jahren ist die Rate von YEL-AVD etwa vierfach höher.

Quellen: Centrum für Reisemedizin, Robert-Koch-Institut und WHO

Für die Gelbfieberimpfung melden Sie sich bitte in unserer Praxis für die reisemedizinische Sprechstunde an.

Die Gelbfieberimpfung ist nicht Bestandteil der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen.  Selbstverständlich fürhen wir diese auch bei gesetzlich versicherten Patienten durch. Diese Leistung müß dann selbst bezahlt werden.

Hier finden Sie weitere Informationen: 

www.rki.de               (Robert-Koch-Institut)

www.crm.de            (Centrum für Reisemedizin)

www.who.int/wer    (WHO Weekly epidemiological record (WER)